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Geschichte Waldbad Hohne / Spechtshorn

Erstes Schwimmbad

Das Waldbad, das zwischen den Orten Hohne und Spechtshorn inmitten von altem Baumbestand in ruhiger Umgebung liegt, wurde dank des großartigen Engagements des Erdölförderbetriebes DEA erbaut und im Jahr 1954 eröffnet.

Die Planer des Schwimmbades waren echte Pioniere

In einer Zeit, wo die Bewältigung der Kriegsfolgen noch nicht abgeschlossen war, begannen die Bürgermeister von Hohne und Spechtshorn, Gustav Bergmann und Karl Dralle und die Betriebsleitung der DEA (Deutschen Erdöl Aktiengesellschaft) mit der Planung unseres Schwimmbades. Der Mut wurde belohnt. Über viele Jahrzehnte machte das Waldschwimmbad  Hohne und Spechtshorn weit über die Ortsgrenzen als Naherholungsort bekannt.

Dem Lüneburger Regierungspräsidenten schrieb man im August 1953 sinngemäß:

"Wir teilen Ihnen vorsorglich mit, dass sich unsere Gemeinde (Hohne) zusammen mit der Gemeinde Spechtshorn mit der Absicht trägt, ein Schwimmbad zu errichten. Die Anlage soll später möglicherweise durch einen Tennis- und einen allgemeinen Sportplatz (Fußball, Handball, Leichtathletik) erweitert werden. Das Vorhaben wird damit begründet, dass Stätten dieser Art im weiteren Umkreis fehlen (...).

Weiterhin ist an dem genannten Objekt Betriebsleitung und Belegschaft des hier neuerstandenen Betriebes der Deutschen Erdöl Aktiengesellschaft interessiert. Dieser Betrieb hat sich bereits stark für die Vorplanung eingesetzt und wir sind dessen Unterstützung auch hinsichtlich der Ausführung sicher." [1]

[1] Schreiben vom 27. August 1953, in Samtgemeindearchiv Lachendorf, Fach 95 Nr. 1.

Die Planung

Als Standort bot sich das Hildebrandtsche Grundstück im Haßloh mit einer Größe von 3,16 ha an. Heinrich Hildebrandt erhielt dafür Ersatzland im „Aschenhof“ von der Gemeinde Spechtshorn.

Ausgegangen wurde von 1000 Besuchern pro Tag. Dabei bezog man die Besucher aus den umliegenden Gemeinden, die keine vergleichbaren Anlagen hatten, mit ein. Weitsicht bewies man bei der Anlagenplanung. Die Gebäude für Umkleide und Gerät wurden als Sichtschutz zwischen Anfahrtsstraße und Becken in ost-westlicher Richtung gebaut.

Das Schwimmerbecken wurde so angelegt, dass die Springer von den Sprunganlagen in Richtung Norden ins halbkreisförmige Sprungbecken springen konnten. Trotz großzügiger Planung wurde ein 50-Meter-Becken aus Kostengründen verworfen. Doch auch die 25 Meter Länge des Beckens mit acht Bahnen hat sich als ausreichend für die Bedürfnisse der Gäste erwiesen.

Für das Nichtschimmerbecken wurde eine unregelmäßige Form gewählt, die sich dem vorhandenen Wald gut anpasste und zum anderen in die Liegewiese hineinreichte.

Ein vollkommen getrennt liegendes Planschbecken von ca. 80 qm Größe wurde weitab vom Schwimmbetrieb geplant.

Mit den Entwurfsarbeiten war der Stadtbaurat Wein aus Wolfenbüttel beauftragt, weil den Hohner Planern das Schwimmbad in Wolfenbüttel bei ihrer Suche nach Anregungen am Besten gefiel.

Kosten und Finanzierung

Kostenaufstellung lt. Baurat Wein

Schwimmerbecken 52.000 DM
Nichtschwimmerbecken 27.000 DM
Kabinen- u. Toilettengebäude58.000 DM
Filtergebäude und Technik42.000 DM
Sportplatz 25.000 DM
sonstiges56.000 DM
Summe260.000 DM

Alle Beteiligten machten sich emsig auf die Suche nach der Finanzierung. Die DEA beteiligte sich mit Material und Sachleistungen, die Gemeinden Hohne und Spechtshorn mit Barmitteln aus Kreditaufnahmen und der TuS Hohne-Spechtshorn stellte die Anträge. Die Sportverbände und der neue Verein „Kulturgemeinschaft Hohne-Spechtshorn“ sammelten als gemeinnütziger Verein steuerlich absetzbare Spenden von „neureichen“ Bürgern.

Der Bau

Obwohl die Finanzierung keineswegs gesichert war, machte der DEA-Direktor Fritz Teuter dem Planungskreis Mut. „Erst einmal anfangen“ war 1953 die Devise. Weihnachten standen bereits die Umfassungswände des Schwimmer- und Nichtschwimmerbeckens. Im Januar 1954 waren diese Bauabschnitte fast fertig und man verpasste auch nicht ein Richtfest zu feiern.

Hohner Firmen wirkten am Bau wie folgt mit:

  • Conrad Hermann (Fenster u. Türen),
  • Adolf Nieber (Maurerarbeiten und Plattenverlegung),
  • Ernst Beins (Zimmerarbeiten),
  • Albert Hornbostel (Maurerarbeiten).

Kräftig packte die DEA mit Frachten, Straßenbau und Erstellung einer Wiehebrücke, Wasseruntersuchungen und Brunnenbohrungen, Vermessungsarbeiten, Sihi-Pumpe, Verlegung von Wasserleitungen usw. an. Es war sicherlich ein Glücksfall für das Waldbad, dass die DEA mit ihrem Direktor Fritz Teuter so engagiert hinter diesem Projekt stand.

Die Einweihung

Das „Anbaden“, also die Eröffnung des Waldschwimmbades Hohne/Spechtshorn, fand am 27. Juni 1954 statt. Zahlreiche Repräsentanten waren erschienen, um dem Programm mit Staffelschwimmen, Kunstspringen, Wasserball, Figurenlegen der „Osnabrücker Puten“, Musik und Tanz zu folgen. Für die Überreichung des „Goldenen Schlüssels“ an Direktor Teuter konnte der ehemalige Weltrekordschwimmer Erich Rademacher geworben werden, der die Becken auch sofort testete.

Aus der Festrede von Direktor Teuter sei an dieser Stelle Folgendes festgehalten: "Die DEA wollte mit ihrer Unterstützung einen Denkstein für die Erdölzeit in Hohne setzen."

Der Bau war durch den milden Winter und die günstigen Grundwasserverhältnisse begünstigt gewesen. Trotzdem konnten aber nicht alle Bauvorhaben bis zur Einweihung abgeschlossen werden. Dieses hatte  hauptsächlich Finanzierungsprobleme als Ursache. Damals stürzte man sich nicht voreilig in Schulden, sondern streckte die Arbeiten bis sie finanzierbar waren. 

 
 
 

Anschrift

Waldbad Hohne / Spechtshorn
Am Schwimmbad 23
29362 Hohne

Telefon: 05083 311

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